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Der Georgiritt auf dem Auerberg

Seit 1925 finden in der Zeit des Namensfestes des heiligen Georg, auf dem Auerberg, Pferdeumritte statt. In den Gehöften des ehemaligen Patroziniums Auerberg waren seit alters die Pferde sehr wichtig für die Feldbestellung. Auch in mehreren Sagen des Auerbergs spielen Rösser eine bedeutende Rolle.

So ist es nicht verwunderlich, daß sich in den Wintermonaten des Jahres 1924/25 Männer des Schützenvereins Auerberg aus Oberbayern und Schwaben im Gasthaus "Stechele" zusammenfanden und sich über den Vorschlag des Schützenmeisters Georg Lipp aus Eschach besprachen, auf dem Auerberg, der ja auch ein Berg des heiligen Georg, des Patrons der Pferde, ist, einen Georgiritt einzuführen.

Man faßte den Beschluß, alle Pferdebesitzer aus den Gemeinden Bernbeuren und Stötten zu einer Versammlung auf den Auerberg zu laden. Diese fand unter großer Beteiligung an einem Sonntag im Februar 1925 statt. Schon nach kurzer Aussprache waren sich alle einig gewesen, daß jeweils am Tag des Patroziniumsfestes auf dem Auerberg ein Georgiritt stattfinden sollte.

Die leitenden Arbeiten für die Vorbereitung des ersten Rittes wurden einem Festausschuß übertragen. Vorsitzender war der schon erwähnte Georg Lipp aus Eschach, dem als weitere Mitglieder Johann Straub von Prachtsried und Alois Kollmann von Geisenhofen angehörten. Darüberhinaus wurden sieben Obteien gegründet, nämlich die Obtei Prachtsried unter Führung von Georg Meier, Prachtsried; die Obtei Bernbeuren mit Martin Kraut; die Obtei Eschach mit Florian Brugger; die Obtei Escherwang mit Josef Angerhofer; die Obtei Salchenried mit Karl Bauer; die Obtei Stötten mit Ferdinand Kollmann und die Obtei Buchen mit Dominikus Kollmann.

Außerdem wurde bei dieser ersten Versammlung bestimmt, daß alle am Ritt beteiligten Pferde mit gleichen Satteldecken ausgerüstet werden. Auch die Anregung zur Bildung einer historischen Gruppe (römische Soldaten) wurde angenommen. Am 25. April 1925 fand schließlich der erste Ritt statt. Es beteiligten sich 118 Reiter, die sich in der Auerberg-Senke, südlich des Gasthauses "Stechele", um 10.00 Uhr zur Aufstellung einfanden. Nach dem Patroziniumsgottesdienst in der Georgskirche holte die Vorstandschaft den Pfarr-Geistlichen von Bernbeuren, H. H. Kammerer Weishaupt, am Kirchenportal ab und geleiteten ihn zum Weiheplatz. Im Anschluß an die Benediktion setzte sich der Festzug unter den Klängen der Bernbeurer Musikkapelle in Bewegung. Einmal zogen die Reiter um die Auerberg-Kirche. Georg Waibl aus Eschach war der Darsteller des heiligen Georg. Hoch zu Roß begleiteten ihn 20 beharnischte römische Soldaten.

Bereits im folgenden Jahr 1926 einigte sich der Ausschuß, die Pferdehalter aus den Gemeinden Burggen, Lechbruck, Roßhaupten, Sulzschneid, Marktoberdorf und Rettenbach einzuladen. Der zweite Ritt fand am 2. Mai mit 137 Pferden statt. Nur die Gemeinde Burggen folgte der Einladung. Neben den 20 römischen Reitern nahmen auch vier Fanfarenbläser (drei aus Kaufbeuren) teil. Zum erstenmal wirkte am 7. Mai 1927 eine einheimische Fanfarenbläsergruppe mit: Roman Echtler (64 Jahre), Ellensberg; Anton Meier, Goldstein; Nikolaus Wohlfahrt, Brunnhof und Karl Baur, Hohenösch. Nahezu 8 000 Zuschauer erlebten 156 Reiter, darunter auch den Pfarrherrn, Kammerer Weishaupt, zu Pferd. Die Musikkapellen aus Bernbeuren und Stötten gaben dem Reiterzug das Geleit. Das erste Krisenjahr zeigte sich für die Georgsreiter im Jahre 1931. Schlechte Witterung (viel Schnee) und geringe Zusagen der Pferdehalter (ungünstige Wirtschaftsverhältnisse) ließen den Ritt fast nicht zustandekommen. Beim Ritt am 26. April beteiligten sich dann doch noch 72 Reiter. Am 13. Dezember 1931 stimmten von 60 anwesenden Pferdehaltern 50 für die Gründung eines eingetragenen Vereins. Bei der Gründungsversammlung am 20. März 1932 im Gasthaus "Stechele" auf dem Auerberg haben 82 Männer spontan durch Unterschrift ihren Beitritt zum Georgirittverein Auerberg e.V. erklärt.


Im Jahre 1935, am 5. Mai, wurde die erste Bergfahne des Georgirittvereins Auerberg geweiht. 14 Alt-Bauerngeschlechter der Gemeinde Bernbeuren stellten dabei eine Ahnenabordnung. Am 25. April 1937 nahm zum erstenmal eine Heldengedenkgruppe (zwei Rappen) am Ritt teil. Im September 1939 begann der unselige Zweite Weltkrieg, so daß im Jahre 1940 anstelle eines Rittes ein Bittgang für die glückliche Heimkehr der Soldaten stattfand. Erst am 27. April 1947 konnte wieder ein Georgiritt abgehalten werden, an dem sich gleich 120 Reiter demonstrativ beteiligten.

Besonders hervorzuheben ist die unermüdliche Arbeit von Herrn Nikolaus Fröhlich, der über 22 Jahre den Georgiverein vorbildlich leitete. Ihm ist es zu verdanken, daß der Georgiritt erhalten geblieben ist.

Alle weiteren herausragenden Ereignisse können den hervorragend zusammengestellten Statistiken von Herrn Martin Wohlfahrt, Ehrenbürger der Gemeinde Bernbeuren, entnommen werden. Er war über 25 Jahre Chronist und Ansager des Georgirittes in einer Person.

Manfred Karlinger

Nähere Informationen finden Sie auch auf der Internetseite des Öffnet externen Link in neuem FensterGeorgiritt-Verein Auerberg e.V.!